Wie die Position am Poker Tisch das Spiel entscheidet

Position am Poker-Tisch
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Von den Profis hört man es immer wieder, die Position beim Poker entscheidet fast alles. Dabei gibt es verschiedene Arten der Betrachtung seiner Position und sie alle fliessen zusammen und sollten unsere Entscheidung beeinflussen. In erster Linie betrachtet man seine Starthand und seine Position im Verhältnis zum Dealer. Die vier Positionstypen früh (early), mittel (middle), spät (late) und die Einsätze (Blinds) beschreiben den Abstand zum Kartengeber. Je näher man an dem Dealer sitzt, desto mehr Hände kann man in seiner range (Reichweite) spielen. Demnach haben die Blinds die schlechteste Position und müssen, bei einer tighten Spielweise, fast alle Hände in den Mug werfen.
Under the gun
Doch wonach beurteilt man die Position hinter dem Dealer als besser? Als Dealer oder kurz vor ihm kann man die Entscheidungen aller anderen Spieler beobachten. Man ist zusammen mit den Blinds als letzter am Zug und konnte schon viele Informationen sammeln. Welche Spieler sind mitgegangen und wer hat erhöht. Mit der Einschätzung der Spieler kann man sich gut für eine Aktion entscheiden. Die erste Position wird „under the gun“ genannt, weil man vor allen anderen seine Aktion wählen muss. Die Augen sind auf einen gerichtet und man selbst hat keine Ahnung was nach einem noch passieren wird. Ein Profi sagte mal, dass gute Spieler under the gun wahrscheinlich nur Pocket Pairs spielen werden und alles andere folden.
Relative Position
Neben dem Verhältnis der Sitzposition zum Dealer gibt es noch die "relative Position", welche jede Runde zum Wettenden eingegangen wird. Wer als Erster wettet, setzt die anderen Spieler unter Druck. Sie müssen nun abwägen wie Klug ein call oder raise gegen ihn ist. Dazu kommen die Spieler, die noch nach einem handeln können. Je mehr hier sitzen, desto geringer wird die Chance, dass die eigene Hand gewinnen kann. Würden z.B. nach einem noch alle Spieler mitgehen, dann hat man keine guten Aussichten mehr.
Aus der absoluten und der relativen Position lassen sich schon viele Informationen gewinnen wie man sich am besten verhalten soll. Wenn man dann noch seine Gegner kennt und den verschiedenen Spielverhalten zuordnen kann, dann sieht es sehr gut für einen aus. Wer sich an einen Tisch setzen will, der sollte versuchen eine bestimmte Sitzordnung einzuhalten. Es ist natürlich nicht immer möglich sich seinen Platz auszusuchen, aber man darf die Möglichkeit nicht ausser Acht lassen.
Ideale Position
Dabei sollten die guten Spieler vor einem sitzen und die schlechteren Spieler hinter einem. Zu den Guten gehören die tight-aggressiven und loose-aggressiven. Sie neigen zu Erhöhungen, wenn es einem gerade nicht passt, und können einem den Spass am Spiel verderben, wenn sie nach einem am Zug sind. Tight-passive und loose-passive Spieler gehören zu den schlechteren Gegnern. Sie sollten nach einem sitzen, weil von ihnen nicht viel Aggression zu erwarten ist.
Die Wichtigkeit der eigenen Position zum Dealer und anderen Spielern hängt mit der Aggression zusammen. Wenn man beispielsweise mit 88 nur limpen möchte, dann auch nur, wenn Spieler nach einem wahrscheinlich nicht mehr erhöhen wollen. Starke Spieler möchte man dagegen mit Monsterhänden noch re-raisen können, um den Pot möglichst gross machen zu können!