Strategie Sit and Go Poker Turniere

Strategie bei Sit’n Go Poker Turnieren
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Bei Sit´n Go Turnieren (auch SnG´s genannt) handelt es sich um zeitlich sehr begrenzte Turniere mit nur einem Tisch. Normalerweise treten 10 Spieler direkt gegeneinander an und die Limits erhöhen sich alle 5,10 oder 15 Minuten. Es gibt auch Multitable- SnG´s, aber diese unterscheiden sich nicht weiter, ausser in der Spieleranzahl. Je nach Zeitlimit sind die Spiele also in weniger als einer halben Stunde bis Stunde beendet. Diese Sorte von Turnieren kann ohne weiteres zu den „wild games“ gezählt werden. Die Buy-Ins beginnen dabei mit schon 1$ und haben nach oben keine Limits.
Wenn man mit SnG´s auf lange Sicht gesehen Geld gewinnen möchte, dann muss man sich eine ganz spezielle Einstellung annehmen. Viele Spieler versuchen den enormen Zeitdruck für sich zu nutzen und gehen von Anfang an ein paar Mal „all in“. Damit wollen sie gleich zu Beginn 1-2 Spieler ausschalten und sich ein dickes Polster anlegen. Von dieser Spielweise wird aber abgeraten, weil sie sehr riskant ist. Man kann beim Poker nichts übers Knie brechen und mit Gewalt erzwingen, denn wenn die Odds gegen einen sind, dann ist man als Erster vom Tisch weg und das Geld damit auch.
Man sollte es von daher ruhiger angehen lassen und die Nervosität der Gegner für sich arbeiten lassen. Viel zu oft werden übereilte Entscheidungen getroffen und das Wettverhalten weicht zum Teil stark von dem eines gewöhnlichen Turniers ab. Die schnell steigenden Blinds fressen viele Spieler auf und oftmals reicht eine Entscheidung und schon wieder ist ein Spieler vom Tisch geflogen. Wer mit der Ruhe heran geht, der kommt weiter.
Das erste Ziel bei SnG Turnieren sollte immer das Geld sein. Bei 10 Spielern an einem Tisch und schnell steigenden Einsätzen braucht man meistens nur abwarten und kann seine schlechten Hände weg schmeissen. Wenn dann nur noch 4-6 Spieler verblieben sind, wird es langsam interessant. Hier muss man meistens eine wichtige Entscheidung treffen und sieht sich danach „in the money“ oder man ist raus. Während man in der Anfangsphase wirklich nur die Monsterhände und Multi-Hands spielen sollte, kann man nun aggressiver werden. Wie schon erwähnt werden oftmals völlig abwegige Entscheidungen vom Gegner getroffen. Da wird dann schon mal mit KJo all in gegangen. Stehen sich zwei Kontrahenten all in gegenüber, dann reicht meistens die höchste Karte aus. Wenn Sie also in dieser Phase all in gehen, dann nur mit einem Ass oder natürlich den Monsterhänden. So geben Sie sich selbst gute Odds für einen Gewinn.
Sobald man es dann ins Geld geschafft hat, muss man seine Chips mit denen der anderen Spieler vergleichen. Bin ich der Small Stack, dann muss fast jede Hand all in gegangen werden. Bilder reichen oftmals aus. Man hat einfach nicht mehr die Zeit für tightes play, weil die Blinds einen bald aufgefressen haben werden. Entweder man macht sein Match oder ist raus, aber zumindest hat man dann schon mal seinen Einsatz plus einen kleinen Gewinn wieder raus. Geht es dann ins Heads Up, dann geht es um das eigentliche Preisgeld. Der Sieger bekommt 50% und mehr vom Geldpool, also sollte man darauf abzielen. Wenn man unter den letzten 3 Spielern ist und viele Chips hat, dann sollte man abwarten bis sich die beiden verbliebenen Gegner ausgeschalten haben. So ist man schon mal mindestens auf dem zweiten Platz.
Im Heads Up stellen viele Spieler ihr Verhalten um. Sie wechseln den Gang von tight auf loose und umgekehrt. Dies muss man berücksichtigen. Viele all ins werden folgen, weil jeder unbedingt gewinnen möchte. Mit 1-2 Entscheidungen ist auch dieser letzte Wettstreit entschieden.
Wie bei jeder anderen Pokervariante gibt es auch bei SnG´s viele Vor- und Nachteile. Sie laufen sehr systematisch ab, weshalb man beim Onlinepoker viele Tische gleichzeitig spielen kann. Profis berichten von 20 Tischen die sie gleichzeitig betreiben und dennoch Gewinn dabei machen. Mehr als 3-4 Tische sind aber für Amateure wirklich nicht zu empfehlen, weil man sonst den Überblick verliert und sich zu voreiligen Entscheidungen hinreissen lässt. Durch das Multitabling kann man mit SnG´s in kurzer Zeit sehr viel Geld machen. Ausserdem sind die Laufzeiten immer in derselben Spanne, weshalb man seine Sessions sehr gut planen kann. Aufgrund der kurzen Laufzeit braucht man nicht so viel auf das Wettverhalten der Gegner achten und einfach sein System durchziehen. Mit Buy-Ins von 1-3$ können sich fast alle Spieler an SnG´s beteiligen. Dadurch kommen auch ständig neue Gegner an den Tisch, weshalb man sich nicht auf die Spielweisen aller konzentrieren kann.
Der Zeitfaktor kann aber auch als Nachteil angesehen werden. Die schnell steigenden Blinds machen ordentlich Druck, besonders bei den Small Stacks. Wer hier mit dem Druck nicht klar kommt, trifft schnell Fehlentscheidungen und ist raus. Auch für SnG´s braucht man ein gutes Bankroll Management. Gerade beim Onlinepoker eröffnet man schnell wieder neue Tische und Dollar um Dollar wandert aus der Bankroll in den Rachen anderer Spieler, wenn man nicht aufpasst.
Fazit: Die SnG Turniere sind nichts für Anfänger. Trotz der recht kleinen Buy-Ins lässt man sich schnell zu vielen Spielen verleiten, weil man einen Verlust möglichst schnell kompensieren möchte. In der Regel braucht es aber 3-mal den 3. Platz, damit man mit Gewinn einen verlorenen Tisch ausgleichen kann. Das Ziel sollte also nicht die möglichst schnelle Ansammlung von Chips sein. Im ersten Schritt versucht man die bezahlten Plätze zu erreichen und dann peilt man nur noch den ersten Platz an. Wer einen kühlen Kopf bewahrt und die Ruhe weg hat, der kann mit SnG´s Geld gewinnen. Aber auch hier gibt es starke Schwankungen in der Bankroll die man nicht unterschätzen sollte.